Bosch setzt auf Elektromobilität

Anlässlich des 60. Motorpressekolloquiums im Prüfzentrum Boxberg befasste sich die Bosch-Führungsspitze mit dem dynamischen Wandel in der Automobilindustrie und ging dabei vor allem auf die hohe Kompetenz von Bosch im Bereich der Elektromobilität ein.

Herausforderungen und Perspektiven
Im Fokus der kraftfahrzeugtechnischen Entwicklungen stehen nach wie vor die Entwicklung des Rohölpreises und die gesetzlichen Vorgaben. Gleichzeitig beginnt ein gesellschaftliches Umdenken: Nachhaltigkeit, geringer Verbrauch und Umweltfreundlichkeit rücken bei Kaufentscheidungen weiter in den Vordergrund und Alternativen zum Diesel oder Benziner gewinnen an Relevanz.

Der Verbrennungsmotor wird bis in das Jahr 2020 im Automobil dominieren, langfristig gehört jedoch der Elektromobilität die Zukunft. Im Jahr 2020 erwarten wir weltweit rund drei Millionen Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride sowie etwa sechs Millionen Hybridautos bei 103 Millionen neu produzierten Fahrzeugen. Ab dem Jahr 2025 werden elektrifizierte Antriebe so stark zunehmen, dass mit einem merklichen Rückgang der Fahrzeuge gerechnet wird, die ausschließlich mit einem Verbrenner angetrieben werden. Spätestens dann wird das Zeitalter der Elektromobilität beginnen.

Bosch ist Full-Liner für die Elektrifizierung des Antriebs
Als großer Zulieferer gehört Bosch zu den treibenden Kräften dieses Wandels. Zwischenzeitlich entwickeln wir nicht nur die entsprechenden Technologien, Komponenten und Systeme für elektrifizierte Antriebe, sondern wir haben auch begonnen, sie zu industrialisieren.

Bei der Entwicklung und Produktion von Elektromotoren für Elektrofahrzeuge arbeiten wir in Europa im Rahmen eines Joint Ventures mit der Daimler AG zusammen. Ab 2012 treiben diese Motoren Elektrofahrzeuge der Marken Mercedes-Benz und Smart an. Der Vertrieb an weitere Automobilhersteller soll später über Bosch erfolgen. Firmensitz ist Hildesheim. In Reutlingen ist die Serienfertigung für Leistungselektronik angelaufen. Sie steuert die Energieströme in Hybrid- und Elektrofahrzeugen. Zudem produziert SB LiMotive, unser Joint Venture mit Samsung SDI, seit 2010 im koreanischen Ulsan Lithium-Ionen-Zellen für Traktionsbatterien. Für Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeuge arbeiten unsere Entwickler an Batterie-Ladegeräten, die einen schnellen und batterieschonenden Ladevorgang ermöglichen.

Darüber hinaus entwickelt die Bosch Software Innovations GmbH eine Software-Plattform für das Laden von Elektrofahrzeugen sowie für die Reservierung von Ladestationen und die Abrechnung der bezogenen Energie.

Auch die Bosch-Car-Service-Werkstätten und der Geschäftsbereich Automotive Aftermarket rüsten sich für den künftigen Markt. Bosch unterstützt Kfz-Werkstätten mit Diagnosesystemen für Hybridfahrzeuge und praxisorientierten Schulungen.

Im Bereich der Elektromobilität kann kein anderer Zulieferer eine derartige Bandbreite an Komponenten, Systemen und Dienstleistungen anbieten. Mit unserem Portfolio sind wir schon heute der „Full-Liner“ in der Automobilbranche.